Sechs Jahre nach seinem Erscheinen ist The Witcher 3: Wild Hunt immer noch der Maßstab, an dem andere Open-World-RPGs gemessen werden. CD Projekt Red hat mit diesem Spiel nicht nur eine gute Geschichte erzählt – sie haben gezeigt, wie man eine Welt erschafft, die lebt und atmet.
Die Welt des Nördlichen Königreichs
The Witcher 3 spielt in einer Slavic-Fantasy-Welt, die vom Hundertjährigen Krieg verwüstet ist. Die Dörfer sind arm, die Menschen verängstigt, die Wälder gefährlich. Diese Welt fühlt sich konsequent bewohnt an: Jedes Dorf hat seine Geschichte, jeder Questgeber seine eigenen Probleme, jedes Monster seinen Grund für sein Dasein.
Die Quests: Moralische Komplexität ohne Patentlösungen
Das Meisterstück von The Witcher 3 ist sein Questdesign. Keine Quest endet mit einem eindeutigen “Gut” oder “Böse”. Die Barone-Quest ist einer der emotional komplexesten Handlungsstränge in der Geschichte der Videospiele – man beginnt jemanden zu hassen und endet damit, ihn zu verstehen. Das ist Literatur, nicht nur Gameplay.
Hearts of Stone und Blood & Wine
Die beiden Erweiterungen sind meilensteinartig. Hearts of Stone bietet die beste Einzelquest des Spiels (den Tanz mit Gaunter O’Dimm). Blood & Wine ist so umfangreich, dass es als eigenständiges Spiel hätte verkauft werden können – mit einer neuen Region, neuer Hauptquest und dem perfekten Abschluss von Geralts Geschichte.
The Witcher 3 ist zeitlos. Wer es noch nicht gespielt hat, hat eines der bedeutendsten Werke der Spielekunst verpasst. Wer es schon gespielt hat – es lohnt sich immer, zurückzukehren.








